My journey through the lens

Ein neues Kapitel beginnt mit 46

Als Fotograf ging es mir auf meinem Weg immer um Verbindung: darum, flüchtige Momente festzuhalten, in denen menschliche Gefühle und Erfahrungen sichtbar werden. Nach sechs Jahren in der Fotografie habe ich erkannt, dass es nicht nur darum geht, Bilder zu machen. Es geht darum, Geschichten zu erzählen, Erlebtes in einem Bild zu verdichten und Verbindungen zu schaffen, die über Zeit und Raum hinausreichen.

In meinen frühen Jahren bin ich einen konventionellen Weg gegangen. Universität, eine erfolgreiche Karriere im Management, ein Leben, das man als „normal“ bezeichnen konnte. Und trotzdem wollte etwas in mir mehr. Da war die Sehnsucht nach einem Weg, den ich noch nicht kannte, der Reiz des Unbekannten und der Ruf einer Leidenschaft, die lange geschlummert hatte. Der Ruf der Fotografie.

Meinem Herzen zu folgen und in die Welt der Fotografie einzutauchen, war keine leichte Entscheidung. Auf der Suche nach meiner Identität als Fotograf, und sehr oft auch nach mir selbst, bin ich auf viele Schwierigkeiten gestoßen. Das tue ich noch immer. Aber mit jeder Herausforderung kamen unvergessliche Erfahrungen, Begegnungen, die mein Leben veränderten, und eine wichtige Erkenntnis: Meine Liebe zur Fotografie galt nicht nur schönen Bildern. Es ging mir darum, echte Verbindungen zu Menschen aufzubauen.

Wenn ich meine Kamera in die Hand nehme, betrete ich eine andere Welt. Einen Raum, in dem ich ganz da bin, im Frieden mit mir und meiner Umgebung. Jeder Druck auf den Auslöser ist auch eine Suche nach mir selbst: Wer bin ich, und was möchte ich mit meinen Bildern ausdrücken? In den letzten sechs Jahren habe ich verschiedene Ansätze ausprobiert. Am Ende führt meine Fotografie aber zu einer einfachen Wahrheit: Es geht um Menschen, gesehen von einem Menschen. Ich möchte die Geschichten der Menschen erzählen, die ich fotografiere. Ich möchte die Schichten ihrer Emotionen, Gefühle und Erfahrungen sichtbar machen, in diesem einen Moment, in dem ich auf den Auslöser drücke.

Je tiefer ich in die Porträtfotografie eintauchte, desto klarer wurde mir: Es ging weniger darum, jeden glamourös und stilvoll aussehen zu lassen. Ich wollte die ganz eigenen Träume und Wünsche eines Menschen festhalten. Jeder Mensch hat eine Geschichte, und ich wollte diesen Geschichten mit meinen Bildern eine Stimme geben. Diese Erkenntnis hat meinen Blick auf authentischere, gefühlvollere Momente gelenkt. Daraus entstanden Serien wie „The Moments“, „Inked Declarations“ und „The Story of Caithy‘s World“.

Jede dieser Serien steht für einen anderen Teil meines Weges. „The Moments“ erinnert daran, im Jetzt zu leben und jeden Moment zu schätzen, wie er kommt. „Inked Declarations“ geht den Geschichten hinter Tattoos nach: Jedes Tattoo ist eine stille Erklärung, ein Stück Seele, ausgedrückt in unauslöschlicher Tinte. „The Story of Caithy“ zeigt die Sensibilität, Menschlichkeit und Kunst im Kern der Drag-Kultur, hinterfragt Missverständnisse und lädt dazu ein, diese außergewöhnlichen Künstler besser zu verstehen.

Die Begegnungen auf meinem Weg haben mich als Künstler und als Mensch geprägt: der Fährmann auf dem Yamuna, die Menschen auf Bali, Kadek in den Reisfeldern und jeder einzelne Mensch, mit dem ich in meiner Porträt- und Boudoirfotografie zusammengearbeitet habe. Jeder Mensch, jeder Moment, jede Erfahrung hat dem Gedicht meines Lebens einen Vers hinzugefügt.

So wie der Druck auf den Auslöser meiner Kamera eröffnet mir auch der Sprung aus einem Flugzeug ein Gefühl völliger Freiheit und bewusster Präsenz. Der Wind, der meinen Körper umgibt. Der faszinierende Blick auf die kleine Welt unter mir. Die innere Ruhe mitten in einem Abenteuer voller Adrenalin. All das bringt mich in eine fast Zen-artige Gelassenheit. Diese kostbaren Momente von Stille, Alleinsein und Freiheit finden ihren Weg in meine Bilder. Dort erlebe ich diese Gefühle noch einmal.

In der Fotografie wie beim Fallschirmspringen suche ich diese Momente intensiver Gegenwart. Augenblicke, in denen ich mich ganz auf das Erleben einlasse und nichts anderes existiert als das Jetzt. Beides hat mich gelehrt, den gegenwärtigen Moment zu achten, zu schätzen und mich ganz darin zu verlieren. Eine Erfahrung, die ich gerne teile. Nach fast 15 Jahren und 2.800 Sprüngen ist da auch Wehmut, weil ich diese Leidenschaft nicht mehr so genießen kann wie früher. Traurig bin ich trotzdem nicht. Ich finde dieselben Gefühle in der Fotografie wieder. Es ist einfach ein neues Kapitel, ein neuer Fokus.

Mit 40 habe ich mir Unterstützung bei einer Therapeutin gesucht, um Erlebnisse aus meiner Vergangenheit zu verarbeiten. Sie empfahl mir, meinen Gefühlen einen künstlerischen Ausdruck zu geben. Ich entschied mich für die Fotografie. Ich wollte mein Leben dokumentieren und ein visuelles Erbe hinterlassen, das von meinem Weg, meinen Gefühlen und meinen Erfahrungen erzählt. Auf dieser fortlaufenden Reise zu mir selbst und zum Geschichtenerzählen war „weniger ist mehr“ immer mein Leitgedanke. Mit einem monochromen Blick reduziere ich Ablenkungen und konzentriere mich auf das Wesentliche eines Moments. Ich nutze meine Kreativität, um mit vorhandenem Licht zu spielen, von einer einzelnen Laterne bis zu einem Beamer. So kann ich mich stärker auf das eigentliche Motiv konzentrieren: den Menschen.

Heute, mit 46, beginnt ein neues Kapitel. Mein Traum ist, mit meinen Bildern weiter Geschichten zu erzählen. Geschichten voller Authentizität und Gefühl, von einzigartigen Menschen auf ihrem Weg durchs Leben. Ich möchte unvergessliche Momente miterleben, Menschen auf einer tieferen Ebene begegnen und zeigen, wer sie wirklich sind. Ich möchte ihnen ein Kunstwerk schenken, das Selbstliebe, Motivation und neue Energie weckt. Ich möchte zeitlose Kunst schaffen, die mich überlebt und von meinem Weg und den unzähligen Leben erzählt, die sich mit meinem verbunden haben.

Mit diesem neuen Kapitel nehme ich mir vor, mehr von dem zu teilen, was mich beschäftigt. Ich möchte andere inspirieren und das Wissen weitergeben, das ich über die Jahre gesammelt habe. Ich möchte mehr im Jetzt leben, jeden Moment schätzen, dankbar sein für das Erreichte und Vertrauen in die Möglichkeiten haben, die noch vor mir liegen.

Begleite mich auf diesem Weg, während ich weiter meine Geschichten, Erfahrungen und Begegnungen teile. Dabei möchte ich den magischen, augenöffnenden und demütig machenden Prozess sichtbar machen, der im Herzen meiner Fotografie liegt.

Denn am Ende ist jedes Foto mehr als ein Bild. Es zeigt, welche Kraft in menschlicher Verbindung liegt.

Meine Reise durch die Linse:

Ein neues Kapitel beginnt mit 46

Als Fotograf war meine Reise immer eine Sache der Verbindung - das Einfangen der flüchtigen Momente, die das Wesen menschlicher Emotion und Erfahrung verkörpern. Nach sechs Jahren in der Fotografie habe ich erkannt, dass es in der Fotografie nicht nur darum geht, Bilder zu erstellen, sondern Geschichten zu erzählen, Narrative zu umschließen und Bindungen zu formen, die die Grenzen von Zeit und Raum überschreiten.

In meinen frühen Jahren habe ich einen konventionellen Weg eingeschlagen. Universität, eine erfolgreiche Karriere im Management, ein Leben, das als 'normal' bezeichnet werden konnte. Doch etwas in mir sehnte sich nach mehr - der Reiz eines unbekannten Weges, die Anziehungskraft des Unbekannten, der Ruf einer Leidenschaft, die ruhend gelegen hatte. Der Ruf der Fotografie.

Die Entscheidung, meinem Herzen zu folgen und mich in die Welt der Fotografie zu stürzen, war nicht einfach. Auf der Suche nach meiner Identität als Fotograf, und sehr oft auch nach mir selbst, stand ich vor zahlreichen Herausforderungen. Und das tue ich immer noch. Doch mit jeder Herausforderung gewann ich unvergessliche Erfahrungen, knüpfte Beziehungen, die mein Leben veränderten, und stieß auf eine tiefgreifende Erkenntnis. In meiner Fotografie geht es nicht nur darum, schöne Bilder zu machen - es geht darum, bedeutungsvolle Verbindungen mit Menschen zu knüpfen.

Wenn ich meine Kamera in die Hand nehme, betrete ich eine andere Welt, eine Welt, in der ich vollkommen präsent bin und in Frieden mit mir und meiner Umgebung sein kann. Jeder Klick auf den Auslöser ist eine Suche nach mir selbst, eine Reise der Entdeckung, wer ich bin und was ich durch meine Bilder ausdrücken möchte. Im Laufe der letzten sechs Jahre habe ich verschiedene Ansätze ausprobiert, aber letztendlich läuft meine Fotografie auf eine grundlegende Wahrheit hinaus - sie handelt von Menschen, von einem Menschen. Ich bemühe mich, die Geschichten der Menschen, die ich einfange, zu erzählen, die Schichten ihrer Emotionen, Gefühle und Erfahrungen in dem einen Moment abzutragen, in dem ich den Auslöser drücke.

Als ich tiefer in die Welt der Porträtfotografie eintauchte, verstand ich, dass es weniger darum ging, jeden glamourös und stilvoll aussehen zu lassen, und mehr darum, ihre einzigartigen Träume und Bestrebungen einzufangen. Jede Person hat eine Geschichte zu erzählen, und durch meine Fotografien wollte ich ihnen eine Stimme geben. Diese Erkenntnis führte dazu, dass ich meinen Fokus darauf verlagerte, authentischere und emotionellere Momente einzufangen, was zur Entstehung einzigartiger Serien wie "Die Momente", "Inked Declarations" und "Die Geschichte von Caithy" führte.

Jede dieser Serien repräsentiert einen eigenen Aspekt meiner Reise. "Die Momente" betont die Wichtigkeit, im Hier und Jetzt zu leben, jeden Moment zu schätzen, wie er kommt. "Inked Declarations" taucht in die Geschichten hinter jedem Tattoo ein, betont die Idee, dass jedes Tattoo eine stille Erklärung ist, ein Stück der Seele, ausgedrückt in unauslöschlicher Tinte. "Die Geschichte von Caithy" hebt die Sensibilität, Menschlichkeit und Kunstfertigkeit im Kern der Drag-Kultur hervor, stellt Missverständnisse in Frage und ermutigt zu einem tieferen Verständnis dieser bemerkenswerten Künstler.

Die Begegnungen, die ich hatte, wie der Fährmann auf dem Yamuna-Fluss, die Menschen von Bali, Kadek auf den Reisfeldern, und jede einzelne Person, mit der ich in meiner Porträt- und Boudoir-Fotografie zusammengearbeitet habe, haben einen unauslöschlichen Eindruck auf meine Entwicklung als Künstler und Mensch hinterlassen. Jede Person, jeder Moment, jede Erfahrung hat einen Vers zu dem Gedicht beigetragen, das mein Leben ist.

Mit 40 suchte ich die Hilfe einer Therapeutin, um von Ereignissen meiner Jugend / Vergangenheit zu heilen. Sie empfahl mir, meine Gefühle durch eine künstlerische Ausdrucksform zu kanalisieren. Ich entschied mich für die Fotografie. Ich wollte mein Leben dokumentieren, ein visuelles Erbe hinterlassen, das von meiner Reise, meinen Emotionen, meinen Erfahrungen spricht.

Auf dieser kontinuierlichen Reise der Selbstentdeckung und des Geschichtenerzählens nahm mein Leitprinzip 'weniger ist mehr' immer mehr Einfluss. Indem ich eine monochrome Haltung einnahm, reduzierte ich Ablenkungen und konzentrierte mich auf das Wesentliche des Moments. Ich lenke meine Kreativität darauf, mit vorhandenem Licht zu spielen, von einer einzigen Laterne bis zu einem Beamer, was es mir ermöglicht, mich mehr auf das Subjekt zu konzentrieren - den Menschen.

Genauso wie beim Betätigen des Auslösers meiner Kamera, eröffnet mir der Sprung aus dem Flugzeug ein Gefühl von vollständiger Freiheit und bewusster Präsenz. Das Rauschen des Windes, der meinen Körper umgibt, die faszinierende Perspektive auf die kleine Welt unter mir, die innere Ruhe inmitten des adrenalinfördernden Abenteuers - all dies ermöglicht es mir, eine Zen-artige Gelassenheit zu erreichen. Diese kostbaren Momente der Stille, der Einsamkeit und Freiheit finden ihren Weg in meine Fotografien, in denen ich diese Empfindungen wiederauflebe. Sowohl in der Fotografie als auch beim Fallschirmspringen suche ich nach diesen Augenblicken intensiver Gegenwärtigkeit, in denen ich mich völlig in der Erfahrung verliere und nichts anderes existiert außer diesem gegenwärtigen Moment. Beide Disziplinen haben mir die Achtung und Wertschätzung des gegenwärtigen Moments beigebracht und mich gelehrt, mich ganz in ihm zu verlieren - eine Erfahrung, die ich gerne teile. Nach fast 15 Jahren und 2800 Sprüngen empfinde ich Wehmut, da ich diese Leidenschaft nicht mehr so oft geniesse wie zuvor. Doch ich bin nicht traurig, denn in der Fotografie finde ich dieselben Gefühle wieder. Es ist lediglich ein neues Kapitel, ein neuer Fokus.

Heute, wo ich ein neues Kapitel mit 46 beginne, ist mein Traum, weiterhin Geschichten durch meine Fotografien zu erzählen - Geschichten voller Authentizität und Emotionen, Geschichten von einzigartigen Individuen auf ihren Lebenswegen. Ich möchte Zeuge unvergesslicher Momente sein, mich auf einer tieferen Ebene mit Menschen verbinden, ihre wahre Selbst einfangen und ihnen ein Kunstwerk schenken, das Selbstliebe inspiriert, Motivation verleiht und frische Energie spendet.

Ich bin auf der Suche, zeitlose Kunst zu schaffen, die mich überlebt, die als Zeugnis meiner Reise und der unzähligen Leben dient, die sich mit meinem verflochten haben.

Beim Umblättern zu diesem neuen Kapitel gelobe ich, mehr von dem, was mir im Kopf herumgeht, zu teilen, andere zu inspirieren und das Wissen weiterzugeben, das ich im Laufe der Jahre gesammelt habe. Ich mache mich auf die Suche, mehr im Jetzt zu leben, jeden Moment zu schätzen, dankbar zu sein für das, was ich erreicht habe, und Vertrauen in die Möglichkeiten zu haben, die vor mir liegen.

Begleite mich auf dieser Reise, während ich weiterhin Geschichten, Erfahrungen und meine Verbindungen teile, und dabei stets den magischen, augenöffnenden und demütigenden Prozess offenbaren, der im Herzen meiner Fotografie liegt:

Denn am Ende ist jedes Foto mehr als ein Bild - es ist ein Testament für die Kraft der menschlichen Verbindung.

Bilder und Texte © Sascha van der Werf

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