Keine Testimonials. Erinnerungen.

A different measure of success

Vor ein paar Tagen stand ich in meinem Badezimmer.

Kein Satz, den die meisten am Anfang eines Blogposts erwarten würden.

An den Wänden hängen keine Auszeichnungen.

Keine Urkunden.
Keine Magazincover.
Keine Erinnerungen an Erfolge.

Stattdessen stehen dort Nachrichten.

Viele davon.

Mit Kreide geschrieben von Menschen, die im Laufe der Jahre Teil meines Lebens waren. Kunden. Freunde. Gäste. Fremde, die zu etwas anderem wurden.

Manche Nachrichten sind groß.
Manche kaum zu lesen.

Ein paar Worte.
Ein Name.
Ein Herz.
Eine kleine Zeichnung.

Nichts davon war geplant.
Nichts davon erbeten.

Und vielleicht bedeuten sie mir genau deshalb so viel.

Lange habe ich geglaubt, Erfolg sei etwas, das man messen kann.

In Followern.
In Buchungen.
In Veröffentlichungen.
In Zahlen.

So geht es den meisten von uns.

Wir vergleichen.
Wir bewerten.
Wir fragen uns, ob wir genug tun.

Dabei übersehen wir oft die Dinge, die sich nicht zählen lassen.

Den Menschen, der nach einer Porträtsession ein wenig aufrechter nach Hause geht.

Die Frau, die sich zum ersten Mal seit Jahren anders sieht.

Das Gespräch, das noch lange nach der Übergabe der Bilder in jemandem nachklingt.

Den Moment, in dem jemand merkt, dass er nichts vorspielen muss.

Nichts davon steht in einer Tabelle.

Und doch ist es vielleicht das Wertvollste, was wir hinterlassen.

Als Fotograf dachte ich früher, mein Job sei es, Bilder zu machen.

Heute sehe ich das anders.

Die Bilder sind nur ein Teil der Geschichte.

Die Menschen erinnern sich selten an die Kamera.

Sie erinnern sich daran, wie sie sich gefühlt haben.

Ob sie sich willkommen gefühlt haben.

Ob sie sich sicher gefühlt haben.

Ob sie für einen kurzen Moment einfach sie selbst sein durften.

Wenn ich heute diese Wand anschaue, sehe ich nicht meine Arbeit.

Ich sehe Begegnungen.

Ich sehe Lachen.

Gespräche.

Momente, die schon lange vor dem Auslösen da waren und noch lange danach weitergingen.

Vor allem erinnert sie mich an etwas, das ich selbst manchmal vergesse:

Das Bedeutendste, was wir schaffen, sind keine Gegenstände.

Es sind Erfahrungen.

Verbindungen.

Erinnerungen.

Die unsichtbaren Spuren, die wir im Leben anderer Menschen hinterlassen.

Vielleicht habe ich deshalb angefangen, eine andere Frage zu stellen.

Nicht:

„Schau, was ich geschaffen habe.“

Sondern:

„Schau, wen ich berührt habe.“

Vielleicht misst sich Erfolg nicht an den Fotos, die ich gemacht habe.


Vielleicht misst er sich daran, wie viele Menschen sich gesehen, willkommen, verstanden oder inspiriert gefühlt haben, nachdem sich unsere Wege gekreuzt haben.

Denn am Ende vergessen Menschen vielleicht das Foto.


Aber sie vergessen selten, wie sie sich gefühlt haben, als sie einen Moment mit mir geteilt haben.

Bilder und Texte © Sascha van der Werf

Zur Journalübersicht

Externe Videos und Karten bleiben gesperrt, bis du sie erlaubst. Deine Auswahl gilt in diesem Browser-Tab und kann jederzeit geändert werden.

Beim Laden werden insbesondere deine IP-Adresse und technische Geräteinformationen an Google übermittelt. Eine Verarbeitung außerhalb des EWR ist möglich.

Datenschutz